Die Segelflugausbildung dauert beim FSV Markoberdorf – je nach persönlichem Engagement des Flugschülers – in der Regel zwei Jahre. Um jedoch eine gewisse Kontinuität der Ausbildung zu gewährleisten, ist es ratsam, während dieser Ausbildungszeit möglichst häufig und regelmäßig am Flugbetrieb teilzunehmen. Je höher das persönliche Engagement, desto eher darf man mit dem eigenen Schein winken und eigenverantwortlich fliegen.

Hat der Verein die notwendigen Unterlagen erhalten, kann sofort mit der Segelflug-Ausbildung begonnen werden. Die Ausbildung gliedert sich in zwei Teilabschnitte, den praktischen und den theoretischen Teil. Der Theorieunterricht wird im Winter meist an Samstagen bzw. Sonntagen vereinsintern angeboten und die praktische Flugausbildung findet bei geeignetem Wetter statt.

  • Praktische Flugausbildung:

    Die praktische Ausbildung beinhaltet drei Ausbildungsabschnitte. Der erste vermittelt die Grundlagen des Fliegens, der zweite vertieft das Wissen und enthält die Einweisung auf ein weiteres Flugzeug und im dritten Abschnitt geht es dann mit der Navigationseinweisung auch ein bisschen weiter weg:

    • Ausbildung_1Ausbildungsabschnitt 1:

      Vermittelt werden die grundlegende Kenntnisse des Fliegens, angefangen vom umsichtigen Verhalten auf dem Flugplatz, über Umgang mit dem Luftfahrtgerät bis hin zur fliegerischen Fertigkeit.

      Start- und Landevorgänge werden hierbei im Doppelsitzer ausgiebig trainiert, wobei das Verfahren der sauberen Landeeinteilung und schließlich sicheren Landung, wohl den spannensten und aufwändigsten Teil in der praktischen Ausbildung darstellt. Saubere Landungen machen unheimlich viel Spaß, sie zu lernen nimmt allerdings relativ viel Zeit in Anspruch. Der Ausbildungsabschnitt 1 endet mit der bestandenen A-Prüfung – nach etwa 60 Windenstarts mit Lehrer. Nun ist der Flugschüler berechtigt, mit Zustimmung eines zweiten Lehrers, den ersten Soloflug durchzuführen. Alleinflüge in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes werden im weiteren Verlauf der Ausbildung folgen. Hierbei ist der Flugschüler ständig in Funk- und optischem Kontakt mit einem am Boden stehenden Fluglehrer.

      Der Ausbildungsabschnitte 1 beinhaltet nachfolgende Übungen:

      • Bodeneinweisung:
        • Transport und Montage eines Segelflugzeugs
        • Überprüfung nach Klarliste (Checkliste) vor dem ersten Start
        • Grundsätzliches über den Flugbetrieb, Verhalten auf dem Flugplatz
        • Handhabung des Rettungsfallschirms u.s.w.
      • Der Startvorgang:
        • Windenstart, Verhalten bei Startunterbrechung und Seilriss
        • Flugzeugschleppstart, Verhalten in besonderen Fällen
      • Während des Fluges:
        • Wirkung und Bedienung der Ruder, Geradeausflug, Rollübung
        • Kurvenflug mit 20° bis 30° Querneigung
        • Langsamflug, Überziehen im Geradeaus- und Kurvenflug
        • Platzrunde, Landeeinteilung, Luftraumbeobachtung
      • Die Landung:
        • Landeverfahren mit und ohne Landehilfe.
        • Besondere Fälle beim Landeanflug, Landung aus ungewohnter Position.
        • Zustimmung eines zweiten Fluglehrers vor den 1. Alleinflug.

        Ziel des beschriebenen, ersten wichtigen Ausbildungsabschnittes ist die A-Prüfung: bestehend aus 3 Platzrunden im Alleinflug!

      • Ausbildung_2Ausbildung_3Ausbildungsabschnitt 2:

        Es schließen sich ergänzende Übungen mit Fluglehrer an. Dabei wird auch die Umschulung auf weiter Segelflugzeugmuster durchgeführt. Erkennt der Fluglehrer eine gewisse Souveränität des Flugschülers im Umgang mit den Flugzeugen, können folgende prakt. Übungen bzw. Prüfungen in Angriff genommen werden:

        • Übungsflüge im Alleinflug
        • Kreisflüge stationär mit 30° bis 45° Querneigung, Kurvenwechsel
        • Schnellflug beim Geradeausflug
        • Seitengleitflug (Slip)
        • Kreisflüge mit wechselnder Drehgeschwindigkeit, Querneigung und Längsneigung.

        Ziel dieses Ausbildungsabschnittes ist die B-Prüfung: 3 Alleinflüge, Kurvenwechsel, Rollen um die Längsachse u. Ziellandung!

        • Anfliegen der Thermik, Zentrieren, Sollfahrt
        • Einstieg in die Thermik, gemeinsames Kreisfliegen
        • Überprüfung Grenzflugzustände mit Lehrer
        • Umschulung auf weitere Segelflugzeugmuster (z.B. Astir CS)
        • 30-Minuten-Segelflug im Alleinflug.
        • 3 Flüge mit Lehrer > Landeanflug aus ungewohnter Position <
        • Praktische Einweisung in besondere Flugzustände

        Ziel dieses Ausbildungsabschnittes ist die C-Prüfung: 3 Alleinflüge, Seitengleitflug, Hochgezogene Fahrtkurve u. Ziellandung!

      • Ausbildungsabschnitt 3:

        Im letzten Ausbildungsabschnitt bereiten weitere Einweisungen auf Überlandflüge vor, die über den eigenen Platz hinaus in die Umgebung und zu anderen Flugplätzen führen.

        • Navigationseinweisung
        • Meteorologische Streckenflugeinweisung mit Lehrer
        • 3 Starts und Landungen auf einem fremden Fluglatz
        • Praktische Überprüfung der Streckenflugreife
        • Zielrückkehrflüge allein > mit schriftlichem Flugauftrag <
        • Übungsflüge, sowie letztlich
        • Vorbereitung und Durchführung eines 50-km Solo-Streckenfluges! > mit schriftl. Flugauftrag < ( jedoch erst möglich nach bestandener theoretischer PPL-C-Prüfung, einschließlich Funksprechzeugnis)

        Ziel dieses Ausbildungsabschnittes ist der 50-km-Solo-Streckenflug oder alternativ ein Überlandflug im Doppelsitzer mit Fluglehrer, jedoch über eine Distanz von etwa 100 km Flugstrecke und die praktische Prüfung mit einem amtlichen Prüfer vom Luftamt Südbayern.

    • Theoretischer Unterricht:

      Wir achten darauf, dass sich Theorie und Praxis ständig auf gleichem Niveau befinden, d.h. die praktischen Teilprüfungen werden erst geflogen, wenn der dazugehörige theoretische Teil bestanden wurde. Die Theorieteile werden vereinsintern mit kleineren Multiple-Choice-Tests durchgeführt. Der Theorieunterricht wird allerdings hauptsächlich innerhalb der Wintermonate (von Januar bis Mitte März) in folgenden Fächern angeboten:

      • Luftrecht
        Regeln / Vorschriften / Luftraumstruktur u.s.w.
      • Technik
        Aerodynamik / Luftfahrzeugkenntnisse u.s.w.
      • Navigation
        Gestalt der Erde / Luftfahtkarten / Kursbestimmungen u.s.w.
      • Meteorologie
        Aufbau der Atmosphäre / Wettererscheinungen u.s.w.
      • Verhalten in besonderen Fällen
        Störungen bei Start u. Landung u.s.w.
      • Menschliches Leistungsvermögen
        körperliche Belastbarkeit / Stress u.s.w.
      • Funksprechzeugnis BZF II
        (ggf. separater Lehrgang)

       

    • Theorieprüfung / Streckenflug-Ausbildung:

      Bis zur Anmeldung der theoretischen SPL-Prüfung – der abschließenden amtlichen Prüfung – sind Theorieunterricht, sowie min. 15 Flugstunden – hiervon etwa die Hälfte ohne Lehrer – im Ausbildungsnachweis des bestreffenden Flugschülers zu bestätigen.

      Nach der bestandenen SPL-Theorieprüfung wird der letzte Teil der Ausbildung begonnen.
      Es folgt ein Überlandflug von mindestens 50 km. Hierfür ist das Funksprechzeugnis erforderlich. Der 50 km Streckenflug im Alleinflug kann ersetzt werden, durch einen Überlandflug im Doppelsitzer mit Fluglehrer, jedoch über eine Distanz von etwa 100 km Flugstrecke!!

      Jeweils einer der beiden o.g. Flüge muss innerhalb von 24 Monaten nach bestandener Theorieprüfung durchgeführt werden. Nach abschließender praktischer GPL-Prüfung, bei der drei Flüge >> einwandfreie Starts u. Landungen << mit einem amtlichen Prüfer vom Luftamt Südbayern absolvieren werden müssen, wird die Segelflug-Ausbildung abgeschlossen.

    • Umschulung zum Motorseglerpiloten ( RMS/TMG )

      Der FSV Marktoberdorf e.V. bietet darüber hinaus die Möglichkeit an, die Klassenberechtigung Reisemotorsegler >> RMS / TMG << zu erwerben. Voraussetzung für die Umschulung auf den Motorsegler ist die zuvor erworbene SPL Segelfluglizenz. (vormals PPL-C Lizenz)

    • Schlussbetrachtung:

      Deine Neugier ist geweckt? Detaillierte Fragen zum Ablauf und Investitionen der Ausbildung beantworten wir gerne. Sprich uns gerne einfach per Email, Telefon oder am Flugplatz an oder nutze unser Kontaktformular.

      Komm vorbei und erlebe selbst die Faszination des Segelflugsports bei einem Besuch am Segelfluggelände in Füssen.

Für weitere Infos und Fragen stehen gerne auch unsere Fluglehrer zur Verfügung.